Tastatur, Stift, Papier

Dass ich Spaß am Schreiben von Texten habe, habe ich vor vielleicht einem Jahr entdeckt. Vorher war es einfach etwas, was ich machen musste. Wie ein Zwang.
Früher war es ein Drang Stift und Block zu greifen, falls euch das noch etwas sagt, und einfach etwas zu schreiben. Ich hatte das Bedürfnis danach. So wie ein Raucher seine Zigarette braucht, brauche ich das Schreiben. Es war für mich immer wie eine Art Ventil. Etwas, wobei ich all meine Gedanken auskotzen kann, weil ich sonst wahrscheinlich verrückt werden und an ihnen ersticken würde.
In der Grundschule waren wir gezwungen jeden Montag eine Geschichte in ein Buch zu schreiben; für mich mehr Spaß als Leid. Als dann die coolen amerikanischen Mädchen auf Super RTL Tagebücher schrieben, musste ich es natürlich auch machen. Ich schrieb Geschichten und war immer ein Fan von Briefen.
Besonders viel Leidenschaft steckte ich in meinem GefühlsBumsBlog “freiwild” (der Name steht in keiner Verbindung zu der Band frei.wild) und in eine Geschichte über ein Mädchen, dessen beste Freundin sich das Leben nehmen will. Beides mehr melancholisch als kitschig.
Lange Zeit schrieb ich dann nichts und merkte, dass ich mich in dieser Zeit veränderte. Ich muss meine Gedanken aufschreiben, da ich sie andernfalls nicht ordnen kann und nicht weiß, was ich möchte, kann, weiß und denke.

Weil Kleidung immer ein Thema war, welches mich sehr interessierte, lag es Mitte letzten Jahres Nahe, dass ich wieder anfange einen Modeblog zu schreiben. Ob er das immer noch im herkömmlichen Sinne ist, weiß ich nicht, stört mich aber auch nicht weiter.

Als kleines Aufmerksamkeitskind mit einem unglaublichen Mitteilungs- und Schreibdrang bin ich also drauf und dran mich jeden Tag mit vielen verschiedenen Menschen zu unterhalten und aufzuschreiben, was mir so durch den Kopf geht. Meistens geschieht das über Twitter, aber auch über Facebook und natürlich hier.
Seit kurzer Zeit schreibe ich ebenfalls für das MUSE Magazine und bin dort ein Teil der Redaktion. (Wenn ein Beitrag von mir kommt, steht unten mein Name drunter.)

Ich bin noch dabei, meinen Schreibstil zu entwickeln. Und auch wenn ich jetzt schon erkannt habe, dass ich, wenn ich längere Sätze schreibe, diese meist in hunderte von Nebensätzen unterteile, aber genauso gerne ganz viele kurze Sätze hintereinander schreibe, weiß ich nicht, ob ich jemals einen richtigen Schreibstil haben werde. Keine Ahnung. Vielleicht ja in hundert Jahren. Oder nie.
Bis dahin mache ich einfach weiter wie gewohnt und teile meine Gedanken, soweit ich diese überhaupt in Worte fassen kann, denen mit, die sie wissen wollen.

Das mit dem Gedankenmitteilen ist aber auch so eine Sache, da man a) nicht immer will, dass jeder weiß, was in einem vorgeht, aber auch b) man nie weiß, ob die Leute verstehen, was man da überhaupt loswerden will. Die Angst, dass etwas falsch aufgenommen wird, habe ich immer. Aber ich denke, dass diese Angst nicht unbedingt schlecht sein muss. Selbstverständlich blockiert sie an manchen Tagen, aber das haben Ängste nunmal so an sich.

Ich bin immer sehr neugierig was andere Menschen und Dinge angeht und habe das Gefühl, dass wenn sie mir dann etwas von sich erzählen, ich es ihnen nur danken kann, indem ich auch etwas von mir erzähle. So funktioniert Konversation nämlich.
Mit sich selbst reden wird auf Dauer eintönig, da es immer nur um das Gleiche geht und man außerdem irgendwann verwirrt ist, wenn einem niemand antwortet sondern immer nur wiederholt, was man gerade gesagt hat.
Daher ist dieser Eintrag auch ein wenig durcheinander, hat keinen Leitfaden und dreht sich nur um die Gedanken, die ich mir mache, wenn ich an das Thema “schreiben” denke.

Da das hier nicht irgendeine Krimiserie ist, die nämlich einen solchen Leitfaden hat und somit auch ein abschließendes und aufklärendes Ende vorweisen kann, beende ich diesen Eintrag hier jetzt einfach und lasse euch in eurem natürlich Drang, nach dem Lesen eines Textes durch ein Schlusswort befriedigt zu werden, alleine und riskiere damit, dass ihr dadurch alles Geschriebene scheiße findet.
Tschüss.

5

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Post Navigation