Wandmalerei

Meine Liebe zur Dokumentation besteht schon seit meinem 7. Lebensjahr, als ich anfing, erstmals in ein Tagebuch einzutragen. In 2-Tages-Rythmen wechselten die Namen der Jungs in den “Ich bin verknallt in …” Einträgen und eigentlich waren die Seiten hauptsächlich mit bescheuerten Smileys gefüllt. So ging das bis ich ungefähr 10 wurde. Danach wurden die Einträge ausführlicher, gefühlvoller und man merkte, wie ich reifte und was ich dazu lernte. Jedoch blieben die typischen “Niemand ist so dumm wie…” und “Ich möchte … niemals verlieren” Phrasen nicht aus.
Allgemein dokumentierte ich eher meine Gefühle, als meine Erlebnisse.
Meinen Tagebüchern nach habe ich meine Freunde 830283 gehasst, 34973 mal geheult, wollte 293 sterben, noch viel öfter, dass mein Leben niemals vorbei geht, weil ich so glücklich bin und wollte schon viel zu oft, dass jemand sehr starke Schmerzen hat.
Irgendwann hörte ich auf Tagebuch zu schreiben was ich jetzt ganz bitter bereue, weil ich die Nachmittage liebe, an welchen ich meine “Erinnerungskiste” mit alten Tagebüchern und Fotos herauskrame, um darin kleine und große Schätze zu entdecken, vor Lachen zu weinen und das Gefühl zu haben, mein drittklässler Ich in den Arm nehmen zu wollen, weil Til Schluss gemacht hat.

Und auch, wenn ich es vermisse, schreibe ich kein Tagebuch mehr. Warum? Mit fehlt einfach die Lust, abends einen Stift in die Hand zu nehmen und meinen gesamten Tag und meine Gefühle nieder zu schreiben. Früher schrieb ich zu manchen Tagen 4-5 Seiten, jedoch fehlt mir jetzt einfach, wie gesagt, die Lust.
Natürlich ist dieses Blog auch irgendwo ein Tagebuch, aber lange nicht so persönlich wie das kleine Büchlein, welches irgendwo gut versteckt liegt.

Deswegen habe ich als ich das letzte Mal “Die Eleganz der Madame Michel” schaute angefangen, meine Wand zu beschreiben.
“1.1.” und gleich dahinter “3h Frühstück” schrieb ich auf, denn das war es, was bei mir den 1.1. prägte.
Jeden Tag schreibe ich einen Satz oder einige Wörter auf, welche meinen Tag oder die Dinge, die mich an diesem Tag beschäftigen, beschreiben.
Und bis jetzt mache ich das auch regelmäßig.
Diese Liste ist sehr persönlich. Ich schreibe das auf, was ich normalerweise nur für mich behalten würde, daher möchte ich auch, dass wenn überhaupt nur Menschen denen ich vertraue diese Liste lesen. Es ist halt eine Art Tagebuch.

Neben dieser Auflistung führe ich noch eine Strichliste, mit meinem fritz-kola Verzehr (der leider sehr hoch ist).

 

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2 Thoughts on “Wandmalerei

  1. Hallo Emilie,

    das ist einfach eine klasse Idee mit der Liste, echt toll! Ich habe früher in meinen Kaleder auch zu jedem Tag etwas Wichtiges/Interessantes/Erinnerungswürdiges geschrieben und das Ganze dann später wieder durchzulesen fand ich jedes Mal schön. Eigentlich schade, dass man nun immer digitale Kalender verwendet… ;-)

    Dein Header-Bild mit dem Konfetti finde ich übrigens supersüß! :D

    Liebe Grüße
    Karo

  2. ich mag dein Blog.
    Tagebuch schreiben ist was Tolles. Der nächste Tag beginnt viel unbeschwerter wenn man den anderen so beendet hat. Deshalb habe ich wieder damit angefangen.
    Liebe Grüße
    Maria

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